StadtLandFluss

ein paar Eindrücke von unserer kleinen Reihe im Sommer...

 

 

 

Guten Tag, 

wir haben in diesem Jahr gesehen, dass es möglich ist die städtische Kulturförderung auf einem anderen Weg zu verteilen wie bisher. Um für die Zukunft eine faire und auch höhere Kulturförderung zu erreichen, habe ich einen offenen Brief an die Stadt geschrieben und mein Anliegen dargestellt.
Dieser Brief deckt sicherlich nicht alle Bereiche, alle Standpunkte ab, Vollständigkeit für jeden ist kaum erreichbar. So ist es auch nicht gedacht. Es ist ein erster Schritt um mit der Stadt ins Gespräch zu kommen, Bewegung in die Sache zu bringen. Es soll ein Anstoß sein, mal sehen was daraus entsteht….

Viele Künstler und Kreativschaffende haben schon mitunterzeichnet. Wenn Du/ Sie sich in diesem Brief wiederfinden, so freuen wir uns über eine Nachricht und erweitern gerne die Liste.

Herzliche Grüße
Frank Lion

 

Offener Brief: Die Stadt braucht eine neue Kulturförderpolitik!


Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Conradt, sehr geehrte Sprecherinnen und Sprecher des Kulturausschusses des Saarbrücker Stadtrates,

wir, die unterzeichnenden Kultur- u. Kreativschaffenden, haben uns sehr gefreut, dass die städtische Kulturförderung in diesem Jahr, bedingt durch die Pandemie, erstmals um einen Solidaritätsfonds in Höhe von 125.000 € aufgestockt wurde und die Vergabe der Mittel durch eine Jury erfolgte.
Dies hat es ermöglicht kurzfristig neue Projekte zu realisieren, z.B. coronagerechte Konzerte und Theateraufführungen zu veranstalten, den beteiligten Künstlern Gagen zu zahlen und den Veranstaltern die Möglichkeit gegeben, nach Monaten wieder Einnahmen zu haben. Diese dienen auch dazu Strukturen und Spielstätten in Saarbrücken zu unterstützen.
Ein Blick auf die Förderung der letzten 10 Jahre - und sogar deutlich darüber hinaus - vermittelt ein ganz anderes Bild. Ein einziger städtischer Mitarbeiter hat im Alleingang über die Auswahl der zu fördernden Projekte entschieden. Die Mittel wurden fast ausschließlich für die Realisierung der „Sommermusik“ eingesetzt. Einer Veranstaltungsreihe, die bei freiem Eintritt unter einem zuvor vorgegebenen Motto einmalige Konzertprojekte bis in den November hinein realisiert.
Die bisherige Ausschreibung zur Kulturförderung nimmt so den gemeinhin größten Teil der Bildenden- und Darstellenden Kunst und Literatur vollständig aus. Ebenso sind Segmente der jungen Kulturszene wie Pop- u. Rockmusik, Film, Fotografie, Video- u. Medienkunst, Licht-und Toninstallation, Poetry-Slam, Grafik / Design, Graffiti, Comics, etc. von der städtischen Förderung völlig ausgeschlossen. Auch gibt es zwischen einzelnen Zweigen der HBK und der städtischen Kulturförderung keine Berührungspunkte.
Wäre es nicht besser die „Saarbrücker Sommermusik“ als das anzusehen, was sie ist: ein eigenständiges Festival, dem ein fester Etat über die bereits veranschlagten 18.000 Euro hinaus zugewiesen wird? So könnte hier ein jährliches Programm aufgestellt werden, losgelöst von der eigentlichen Kulturförderung.

Die jährliche städtische Förderung für die Freie Kulturarbeit ist bisher mit 103.000 Euro für eine Landeshauptstadt sehr schwach aufgestellt. Zum Vergleich: die Stadt Leipzig gibt 5,9 Mio Euro für die Förderung der Freien Szene aus, das sind 9,85 € / pro Einwohner. Saarbrücken bringt lediglich 0,57 € / pro Einwohner auf.

Wir fordern eine deutliche Aufstockung der Mittel und weiterhin die Vergabe durch eine unabhängige, mindestens im zweijährigen Turnus wechselnde Jury aus Experten unterschiedlicher Fachrichtungen. Gerne analog zu dem Modell, das beim Solidaritätsfonds erstmals zum Tragen kam. Dieses Jahr wurden die geförderten Projekte transparent dargestellt. Dies sollte beibehalten werden. Die Schaffung eines Runden Tisches halten wir für sinnvoll.

Was kann die Landeshauptstadt Saarbrücken mit dem Instrument der Kulturförderung erreichen? Sie soll heimische Künstler unterstützen und gleichzeitig allen Saarbrücker Bürgern den Zugang zu einem qualitativ hochwertigen Kulturprogramm jenseits von Kommerz ermöglichen.
Kulturförderung ist eine Investition in unsere Gesellschaft. In Saarbrücken liegt die Kinderarmut bei 35,5%. Viele Kinder dieser Stadt, und auch deren Eltern, haben nur selten Zugang zu Kultur, die auch ein Bestandteil von Bildung und Teilhabe ist. Die Stadt hat den Auftrag allen Bürgern Zugang zu kulturellen Veranstaltungen zu ermöglichen – nicht nur den Kulturaffinen.

Kultur, in all ihren Facetten, steigert die Lebensqualität in unserer Stadt. Sie macht sie lebendig, interessant und trägt auch zur Verbesserung des Images bei. Wir wünschen uns eine hochwertige, spannende und vielseitige Kulturlandschaft in Saarbrücken.

Bekennen Sie sich zu uns Kultur- und Kreativschaffenden, ermöglichen Sie eine faire Kulturförderung, die diesen Namen auch verdient. Investieren Sie in Kultur – investieren Sie in die Zukunft! Gerade jetzt, in Zeiten der Pandemie!


Saarbrücken, den 27. August 2020


Frank Lion, Theaterschiff / TheaterCompagnie Lion

Jörg Mathieu INDIERA PROMO und CINEFONIE-TAG.

Petra Lamy Sängerin, Schauspielerin, Regisseurin, Schulleiterin ACTÍNG AND ARTS 

Nina Schopka Gregor Wickert / Korso-op.Kollektiv 

Corinna Preisberg Dreiland Theater

Florian Penner-Steinbach Die REDNER 

Jeannette Dalia Curta Freischaffende Sängerin/Musikerin/Songschreiberin 

Annette Marx art or rat

Timo Poeppel Künstlerische Leitung Automat Artspace

Dr. Klaus Kühn "Verein ehemalige Kettenfabrik"

Prof. Katharina Hinsberg Konzeptuelle Malerei / Freie Kunst Hochschule der Bildenden Künste Saar

Ingrid Lilli Pazmann

Prof. Andreas Oldörp Soundart Artistic Research In Sound Hochschule der Bildenden Künste Saar

Michael Hess – Geschäftsführer & künstlerischer Leiter "Criminal Dinner"

Prof. Eric Lanz Video und künstlerische Fotografie HBKsaar
Rachel Mrosek Grafikdesign _ Fotografie _ Freie Kunst _
Dr. phil. Heribert J. Leonardy "Fabrica Cultura" - die Kulturwerkstatt
Simone Kranz, Dramaturgin
Agnes Müller, Bildende Künstlerin 
Manuel Krass Pianist — Bühnenkünstler — Schauspieler
Annika Jonsson, Musikerin
Zippo Zimmermann, Musiker
Lukas Adamidis  Side By Side Mgmt
Matthias Kollmann USUS Garelly-Haus

 

 

 

 S P I E L P L A N

Freitag  28. August  19:30 Uhr 

Samstag  29. August  19:30 Uhr 


3D


Endlich, Theater in 3D. Das Schiff öffnet sich wieder. Und sogar sehr. Wir haben die Luken geöffnet. Das Publikum sitzt unter freiem Himmel, die Luft zirkuliert und die drei Damen spielen Monodramen auf der Bühne.


Verena Bukal

Dostojewskis Aufzeichnungen aus dem Kellerloch 

Die Protagonistin hat sich abgeschottet, eingegraben. Zur Welt steht sie in einem obsessiven Verhältnis des Unfriedens. Ein Prosamonolog von Dostojewski aus dem Jahr 1864.


Nina Schopka

PROMETHEUS aus DER GROSSE MARSCH von Wolfram Lotz

Prometheus steckt tief im Dilemma seiner Mythologie und entwirft wildentschlossen eine Theorie zum Widerstand gegen die, von den Göttern verhängte, Endlichkeit. Ein Monolog voller skurriler Komik - ein lustvoller Aufruf zum non-konformen Denken und Handeln.


Eva Kammigan

Bash / medea von Neil LaBute Eine junge Frau erzählt, wie sie als Vierzehnjährige von ihrem Lehrer verführt und schwanger von ihm sitzengelassen wurde. Eine ungeheuerliche Geschichte. "bash" erzählt vom Kollaps ethischen Empfindens.

Dauer: 55 Minuten

Eintritt: 10 €

Anmeldung: crew@theaterschiff-maria-helena.com
Angabe von Name und Telefonnummer
Anzahl der Personen und ob diese als Gruppe gesetzt werden können 

Für die Veranstaltungen im Schiff ist die Voranmeldung obligatorisch 

Die Zuschauer werden auf Deck empfangen und auf ihre Plätze im Schiff geleitet. Dort dürfen sie ihren Mundschutz abnehmen.

Das Schiff ist sehr gut durchlüftet und es werden alle erforderliche Hygienemassnahmen angewendet. 


 
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